10 Tipps für die Performance-Optimierung von WordPress-Websites

01. Februar 2024

Veröffentlicht in:

Webentwicklung

WordPress ist weiterhin der Platzhirsch unter den Open Source Content-Management-Systemen. Seit der Gründung der mindtwo GmbH im Jahr 2012 ist WordPress fester Bestandteil unseres Tech-Stacks . Auch wenn wir uns über die Jahre auf alternative Content-Management-Systeme wie Craft CMS oder Individuallösungen mit Laravel und Statamic spezialisiert haben, ist WordPress noch immer ein gefragtes und bei uns oft für klassische Unternehmenswebsites eingesetztes CMS.

Doch dieser Artikel soll sich nicht um Alternativen zu WordPress drehen, sondern tiefergehende Aspekte und Grundlagen zur Performance-Optimierung mit WordPress beleuchten.

Somit kann vorab gesagt werden: Ja, auch mit WordPress kann man schnelle Ladezeiten und Top-Werte bei Google Lighthouse, PageSpeed Insights und vergleichbaren Tools erhalten. Dafür braucht es aber gewisse Voraussetzungen und eine tiefergehende Kenntnis zur Funktionsweise von Plugins und Themes sowie Grundkenntnisse im Bereich von Caching-Technologien und Server-Konfiguration.

Die Website-Geschwindigkeit analysieren

Bevor wir zu den eigentlichen Optimierungsmaßnahmen und Tipps kommen, stellt sich die Frage, wie wir die Performance einer Website messen können bzw. erkennen, ob eine Website schnell oder langsam lädt.

Dafür gibt es grundsätzlich nicht das eine richtige Werkzeug. Im Kontext der Website-Performance als Rankingkriterium bei Google, macht es logischerweise Sinn, die offiziellen Tools des Suchmaschinenriesen im Blick zu haben. Neben Google PageSpeed Insights gibt es auch andere bekannte Tools wie bspw. GTmetrix oder WebPageTest. Wir nutzen eine Kombination aus Google PageSpeed Insights, Lighthouse, den Chrome DevTools im Browser und für spezielle Fälle auch gerne extrem vielseitige SEO-Tool Screaming Frog.

Mit Lighthouse können wir die Performance-Tests in kontrollierten, reproduzierbaren Umgebungen ausführen, was besonders für uns als Entwickler nützlich ist. Lighthouse kann direkt im Chrome-Browser über eine Erweiterung in den Chrome DevTools, über die Kommandozeile oder als Node-Modul verwendet werden. Für schnelle Überprüfungen eignet sich PageSpeed Insights gut. Dieses bezieht für Performance-Audits ebenso Daten von Lighthouse, ergänzt diese jedoch mit realen Nutzerdaten.

Bei allen nicht lokal ausführbaren Testing-Tools wie u.a. PageSpeed Insights oder auch GTmetrix und WebPageTest sollte man darauf achten, aus welchem Land die Website-Zugriffe für den jeweiligen Testlauf kommen. Sofern man kein CDN für die gesamte Website (Fullpage-Caching) für die eigene Website eingerichtet hat, wodurch der Serverstandort eine untergeordnete Rolle spielen würde, sollte man als Ausgangspunkt immer einen Standort wählen, der dem Serverstandort nahekommt. Spricht die Website ein internationales Publikum an, sollte ein CDN zum Einsatz kommen, um gute Performance für alle Zielgruppen zu gewährleisten.

Zur Identifikation von Performanceengpässen auf Server- und Datenbankebene sind New Relic und Grafana empfehlenswert. New Relic bietet detaillierte Analysen und Echtzeit-Monitoring, um System- und Datenbankleistung zu optimieren. Grafana ermöglicht hingegen das Erstellen benutzerdefinierter Dashboards für eine visuelle Überwachung verschiedener Datenquellen. Die Kombination beider Tools unterstützt effektiv beim Aufspüren und Beheben von Performanceproblemen.

Tipps und Tricks für die Performance-Optimierung in WordPress

Nun nachdem klar ist, wie man die Ladezeit einer Website misst, können wir über konkrete Maßnahmen sprechen, über die eine WordPress Website schneller gemacht werden kann. Die nachfolgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist keine Garantie für gute Website-Performance mit WordPress-betriebenen Websites, sie führt aber einige unserer gängigen Methoden auf, mit denen wir für unsere Projekte erstklassige Ergebnisse in den besagten Testing-Tools erreichen.

1. WordPress-Hosting und Server-Konfiguration

WordPress hat keine sonderlich hohen oder komplexen Anforderungen an einen Webserver. Somit reichen in der Regel einfache Shared-Hosting-Pakete aus, um eine WordPress Website zu hosten. Beim Thema Performance fangen wir aber bereits beim Server an. Es macht Sinn, sich für qualitativ hochwertige Hosting-Pakete zu entscheiden, ggf. auch spezielle Pakete, die spezifisch als WordPress Hosting beworben werden. Wir nutzen für unsere Kunden üblicherweise einen vServer oder gehobene Hostingpakete von Hetzner oder Digital Ocean.

Während man bei einem vServer sehr flexibel ist, sollte man bei einem Shared-Hosting darauf achten, dass man via .htaccess-Datei die Serverkonfiguration anpassen kann. Außerdem ist es wichtig, die PHP- (php.ini) und ggf. auch die MySQL-Einstellungen (my.cnf) editieren zu können.

Komprimierung in Serverkonfiguration aktivieren

Mit gzip und brotli gibt es Datenkompressionsverfahren, mit denen sich die zu übertragenen Dateigrößen, massiv verkleinern lassen. Diese Einstellung ist eigentlich ein Must-have für jede Website. Gzip kann die Dateigröße um bis zu 70-80% komprimieren, während Brotli, ein neuerer Algorithmus, in einigen Fällen noch bessere Kompressionsraten bietet und die Ladezeiten weiter verkürzt.

# Aktivierung von gzip in der .htaccess Datei für Apache Webserver
<IfModule mod_deflate.c>
  AddOutputFilterByType DEFLATE text/html text/plain text/xml text/css application/x-javascript application/javascript
</IfModule>
# Aktivierung von gzip in der nginx.conf für NGINX Server
gzip on;
gzip_types text/plain text/css application/json application/javascript text/xml application/xml application/xml+rss text/javascript;

Für brotli muss ein spezielles Modul auf dem Server installiert sein. Alternativ ist die Nutzung von brotli über Cloudflare möglich.

PHP-Einstellungen

Nachfolgend einige sinnvolle Einstellungen, die in der php.ini Datei getätigt werden können.

# Bei komplexen Plugins und viel Traffic ggf. auch 512M
memory_limit=256M
# Kann bei ressourcenintensiven Plugins oder Queue-Prozessen und Import/Export von Daten relevant werden
max_execution_time=60
# Wichtig bei komplexen Menüstrukturen oder großen Options-Arrays (bspw. bei ACF Pro)
max_input_vars=2000
# Hier sollten nicht zu Hohe Werte erlaubt werden, da dies den Server belasten kann.
post_max_size=50M
upload_max_filesize=50M

OPcache konfigurieren

Für den Produktivbetrieb der WordPress-Site empfiehlt sich zudem der Einsatz von OPcache, einem PHP-Modul, das die PHP-Performance verbessert, indem es PHP-Code im Arbeitsspeicher des Servers zwischenspeichert. Dazu nutzen wir folgende Einstellungen:

# Aktiviert OPcache, um PHP-Performance durch das Zwischenspeichern von vorkompiliertem Bytecode zu verbessern.
opcache.enable=1
# Erhöht den Speicher, der für den OPcache zur Verfügung steht, auf 256 MB. Dies ermöglicht es OPcache, mehr vorkompilierten PHP-Code zu speichern.
opcache.memory_consumption=256
# Setzt den Speicher, der für internierte Strings reserviert ist, auf 32 MB. Dies kann helfen, die Performance zu verbessern, insbesondere bei Websites, die viele Strings verarbeiten.
opcache.interned_strings_buffer=32
# Erhöht die maximale Anzahl der PHP-Dateien, die im Cache gespeichert werden können, auf 20.000
opcache.max_accelerated_files=20000
# Diese Einstellung nur auf Produktivsystemen setzen. Wenn dieser Wert auf 0 gesetzt ist, werden Timestamps überhaupt nicht überprüft, was bedeutet, dass Änderungen an den Dateien nicht erkannt werden, es sei denn, der Cache wird manuell geleert.
opcache.validate_timestamps=0
# Aktiviert eine schnellere Abschaltung des Skriptausführungsmechanismus, was zu einer leichten Verbesserung der Performance führen kann.
opcache.fast_shutdown=1

OPcache ist ein etabliertes Werkzeug für bessere Code-Performance, allerdings sinkt die Relevanz von OPcache, wenn ein Fullpage-Caching über Plugins oder bspw. Cloudflare zum Einsatz kommt (s.u.). Dennoch sollte man es nicht völlig außer Acht lassen, da auch in diesen Fällen je nach Konfiguration einzelne Request zum Server durchkommen.

MySQL Datenbank konfigurieren

Für eine verbesserte Performance von WordPress-Websites mit hohem Traffic und komplexen Datenbankabfragen ist es sinnvoll, die Datenbankkonfiguration zu betrachten und ggf. anzupassen. So kann bspw. mit der Einstellung innodb_buffer_pool_size die Größe des Zwischenspeichers im RAM bestimmt werden, was schnellere Lesezugriffe ermöglicht. Ein Richtwert ist schwer zu beziffern, da er abhängig von der Serverhardware und -konfiguration ist. Kommt ein eigener Datenbankserver zum Einsatz, kann jedoch bis zu 80 % des verfügbaren RAMs dafür verwendet werden.

2. Anzahl an WordPress-Plugins reduzieren

Zu viele ressourcenintensive Plugins können ein WordPress-System massiv ausbremsen. Achten Sie deshalb stets darauf, nicht mehr benötigte Plugins zu deaktivieren und generell inaktive Plugins zu entfernen.

Insbesondere komplexe Plugins, die WordPress umfassend erweitern, eigene Datenbank-Tabellen erstellen und das Frontend mit zusätzlichen Ressourcen (CSS- oder JavaScript-Dateien) aufblasen, sollten genauer betrachtet und nicht ohne Weiteres installiert werden. Als Laie denkt man schnell, dass man mit einem Plugin die vermeintlich beste Lösung für eine konkrete Anforderung gefunden hat. Nur wird dabei schnell vergessen, dass auch Entwickler von WordPress-Erweiterungen möglichst viele Interessenten ansprechen möchten. Das führt zu teils aufgeblasenen Funktionen, die viel mehr implementieren, als man eigentlich braucht. Prüfen Sie deshalb stets, ob es schlankere Alternativen gibt oder eine Umsetzung ganz ohne Plugin mit vertretbarem Aufwand möglich ist. Dies gilt speziell für die Einbindung von externen Diensten (bspw. Newsletter, CRM, Formulare, Tracking, Monitoring, Share-Buttons, Widgets). In vielen Fällen lassen sich die Code-Snippets der Dienste einfach über Shortcodes, einer nativen WordPress-Funktion, einbinden.

Ebenso hinterfragen wir die beliebten Content-Builder Plugins wie Elementor, Divi Builder und WPBakery Page Builder (früher Visual Composer), die nach unseren Erfahrungen allesamt wahre Performancebremsen sind. Wir denken, dass sich mit der internen WordPress-Lösung „Gutenberg“ gleichwertige Content-Builder-Funktionen mit einer konsistenten User Experience umsetzen lassen.

3. Das richtige Theme auswählen/entwickeln

Bei der Auswahl von Themes sollte darauf geachtet werden, dass man keine überfrachteten Themes auswählt, die durch kleinteilige Anpassungsmöglichkeiten möglichst jeden ansprechen wollen. Das erweitert zwar die Zielgruppe des Theme-Entwicklers, sorgt aber für Komplexität im Code und bringt Ballast, der womöglich nicht benötigt wird.

Wir verfolgen die Strategie, die Themes für unsere Projekte von Grund auf selbst zu erstellen. Klar haben wir dabei auch gewisse Vorlagen, aber im Fokus steht das passgenaue Abbilden sämtlicher Anforderungen, bei gleichzeitig möglichst schlanker Codebasis.

Selbstverständlich gibt es aber auch gute und technisch saubere Themes zum Kaufen und individuellen Anpassen. Achten Sie vor dem Kauf auf die folgenden Kriterien:

  1. Plugin-Abhängigkeit: Viele Themes setzen den Einsatz von Plugins voraus, um einwandfrei zu funktionieren. Im Idealfall suchen Sie Themes, die nicht von anderen Plugins abhängig sind.
  2. Update-Historie: Kaufen Sie keine schlecht gewarteten Themes. In der Regel lassen sich auf den Verkaufsseiten oder in der Dokumentation Rückschlüsse auf die Wartungshistorie schließen. Schlecht gewartete Themes können Sicherheitslücken enthalten.
  3. Bewertungen: Suchen Sie nach Downloadzahlen oder positiven Bewertungen. Diese sind kein Beleg für Qualität, können aber Rückschlüsse auf bessere oder schlechtere Themes zulassen.
  4. Support: Suchen Sie nach Hinweisen, wie mit Supportanfragen umgegangen wird. Bei guten Herstellern gibt es Support-Foren oder E-Mail Support.

4. Großer Hebel: Bilder optimieren und nachladen

Die Optimierung von Bildern ist entscheidend für die Performance von Websites. Trotz des Bewusstseins für ihre Bedeutung zeigt die Praxis oft eine mangelhafte Umsetzung. Vor allem auf Desktop-Rechnern mit LAN-Verbindung werden schlecht optimierte Bilder nicht sofort erkannt. Tools wie die Chrome DevTools decken jedoch schnell die Defizite in der Bildoptimierung auf, die maßgeblich zu schlechten Ladezeiten beitragen. Hier liegt ein erhebliches Potenzial für schnelle und effektive Optimierungen.

Nicht optimierte Bilder in den Chrome DevTools

Moderne Bildformate und Kompressionstools

Ein zentrales Element der Bildoptimierung ist die Verwendung moderner Bildformate wie WebP. Dieses Format ermöglicht eine effizientere Kompression im Vergleich zu traditionellen Formaten wie JPEG oder PNG, was zu kleineren Dateigrößen bei gleichbleibender oder sogar besserer Bildqualität führt. Seit WordPress Version 5.8 wird WebP nativ unterstützt, was den Umgang mit diesen Bildformaten vereinfacht.

Dienste wie Cloudflare Polish verbessern die Bildoptimierung weiter, indem sie Bilder dynamisch an die vom Browser unterstützten Formate anpassen und zusätzlich komprimieren, um die Dateigrößen und damit die Ladezeiten zu reduzieren. Es wird empfohlen, Kompressions-Tools wie ImageOptim oder TinyPNG vor dem Upload in WordPress zu nutzen oder auf Plugins zurückzugreifen, die Bilder automatisch beim Upload komprimieren.

Durch die Anwendung dieser Techniken – von der Verwendung moderner Bildformate bis hin zur Nutzung optimierender Dienste – können Sie die Ladezeiten Ihrer Webseite signifikant verbessern.

Lazy-Loading einrichten und Bild-Dimensionen definieren

Die Optimierung von Bildern auf einer Website ist entscheidend für eine verbesserte Performance. Lazy Loading ist generell zu empfehlen, da es mittlerweile nativ in allen aktuellen Browsern unterstützt wird. Es ist jedoch wichtig, die Implementierung in WordPress sorgfältig zu handhaben. Insbesondere im initialen Viewport – dem Bereich ganz oben auf einer Webseite – sollte kein Lazy Loading angewendet werden. Der Grund dafür ist, dass es hier den gegenteiligen Effekt haben und zu schlechteren Performancewerten führen kann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die korrekte Größe der Bilder. Oft werden in Themes Bilder mit überdimensionalen Dateigrößen eingebunden, die dann über CSS auf kleinere Abmessungen skaliert werden. Dies führt zu unnötig hohem Datenverkehr und längeren Ladezeiten und kann sich negativ auf den Cumulative Layout Shift (CLS) auswirken. Es ist daher essenziell, Bilder bereits in den korrekten Dimensionen zu verwenden und sie zusätzlich zu komprimieren, um die perfekte Balance zwischen Qualität und Dateigröße zu erreichen.

<!-- Bild einbinden mit Attribut für Lazy Loading und Angabe von Bildabmessungen -->
<img src="/path/to/image.webp" alt="Alternativer Text" loading="lazy" width="480" height="240">

WordPress-Entwickler sollten darauf achten, dass sie die native Lazy-Loading-Funktionalität von WordPress nutzen oder, falls notwendig, durch eigene Lösungen oder Plugins ergänzen. Zudem ist es wichtig, die korrekten Bild-Dimensionen im HTML-Code zu definieren, um das Layout der Seite beim Laden der Bilder zu stabilisieren und so das Nutzererlebnis zu verbessern.

5. Performance-Boost mit Caching

Caching spielt eine entscheidende Rolle bei der Performance-Optimierung von WordPress-Websites. Durch den Einsatz von Caching-Plugins wie W3 Total Cache oder WP Rocket kann die Geschwindigkeit der Seite signifikant verbessert werden. Diese Plugins ermöglichen es, sowohl Browser-Caching als auch Seiten-Caching zu konfigurieren, was bedeutet, dass wiederkehrende Besucher schneller auf Inhalte zugreifen können, da diese bereits im Cache gespeichert sind.

Browser-Caching speichert Website-Ressourcen lokal im Browser des Benutzers, wodurch Ladezeiten bei erneuten Besuchen reduziert werden. Seiten-Caching hingegen speichert die fertig gerenderten Versionen von Seiten, was die Notwendigkeit reduziert, bei jedem Seitenaufruf sämtliche PHP-Scripts und Datenbankabfragen neu auszuführen.

Des Weiteren kann der Einsatz von Cloudflare und insbesondere dessen Advanced Platform Optimization (APO) weiter zur Performance-Steigerung beitragen. Cloudflare APO sorgt für ein effizientes Caching auf Netzwerkebene, indem es WordPress-Seiten als statische HTML-Versionen speichert und verteilt. Dadurch werden Serveranfragen minimiert und die Ladezeiten, insbesondere für Besucher aus entfernten Regionen, deutlich verbessert.

Das Caching ist so effektiv, weil es die dynamische Auslieferung von Inhalten reduziert. Anstatt bei jedem Besuch die gesamte Seite neu zu generieren, werden vorgeladene oder zwischengespeicherte Versionen ausgeliefert. Dies führt zu einer wesentlich schnelleren Ladezeit und einer besseren Gesamtperformance der Website.

6. Moderne, leichtgewichtige Frameworks nutzen

Im WordPress Core sind sehr viele, durchaus auch als nicht mehr gebräuchlich zu bezeichnende, JavaScript- und CSS-Bibliotheken und enthalten. Diese werden zwar nur eingebunden, wenn dies per Code definiert wird, allerdings nutzen noch immer sehr viele Plugins bspw. das jQuery Framework und jQuery UI und damit verbunden auch weitere Bibliotheken, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind verglichen mit modernen Alternativen oftmals viel zu groß bezogen auf die Dateigröße.

Es ist ein komplexes Thema, weil sowohl Plugins, als auch Themes teils dutzende JavaScript- und CSS-Abhängigkeiten mitbringen. Daraus die essenziellen zu identifizieren und sofern möglich zu beseitigen, kann eine enorm anspruchsvolle und auch unwirtschaftliche Herangehensweise sein. Eine mögliche Lösung für bestehende Websites könnte die Verwendung von Child-Themes sein, um überflüssige Skripte und Styles zu entfernen.

Jedoch ist eine proaktive Herangehensweise effektiver, indem man sich von Anfang an auf leistungsfähige und zeitgemäße Frameworks stützt und entweder schlanke Themes als Basis nutzt oder gänzlich eigene Themes entwickelt. In unserem Tech-Stack haben wir uns daher für Tailwind CSS entschieden, das mit seinem Utility-First-Ansatz und Funktionen wie CSS Purge für eine deutliche Reduzierung des CSS-Footprints sorgt. Diese Features ermöglichen es, direkt im HTML zu arbeiten und dabei nur die wirklich benötigten Stildefinitionen zu laden, was den Code schlank und wartungsfreundlich hält.

Für die JavaScript-Entwicklung bevorzugen wir Vue.js und Alpine.js für reaktive Komponenten sowie Vanilla JS für allgemeine Funktionalitäten. Dieser Ansatz profitiert von den neuesten Entwicklungen in ECMAScript 6, die die Implementierung komplexer Funktionen ohne zusätzliche Bibliotheken ermöglichen.

Zusammenfassend ist es entscheidend, die Integration externer Ressourcen durch Plugins oder Themes kritisch zu bewerten und stattdessen auf moderne, performante Lösungen zu setzen, die nicht nur die Ladezeiten verbessern, sondern auch die Pflege und Erweiterung der Website erleichtern.

7. Optimierung durch Content Delivery Networks (CDNs)

Die Integration eines Content Delivery Networks (CDNs) ist ein effektiver Schritt zur Verbesserung der Performance-Scores Ihrer WordPress-Website. Ein CDN beschleunigt das Laden von statischen Ressourcen (bspw. Bilder, CSS, JS), indem es diese auf weltweit verteilten Servern speichert. Dies reduziert Latenzzeiten, vornehmlich für Nutzer, die geografisch weit vom Ursprungsserver entfernt sind.

Bei der Wahl eines CDN-Anbieters ist die Nähe der Server zu Ihrer Hauptzielgruppe entscheidend. Anbieter wie Cloudflare, mit einem umfangreichen globalen Netzwerk, bieten hierbei oft Vorteile.

Für eine effiziente Verwaltung von Medieninhalten in WordPress empfiehlt sich das Plugin "WP Offload Media". Es ermöglicht eine direkte Synchronisation der WordPress-Mediathek mit CDNs, wodurch der Medientransfer automatisiert wird.

8. Datenbankbereinigung bei WordPress

Die regelmäßige Wartung und Bereinigung der Datenbank sind nützliche Schritte zur Verbesserung der Performance einer WordPress-Website. Mit der Zeit sammeln sich in der Datenbank oft unnötige Daten an, wie alte Revisionen, verwaiste Metadaten von deaktivierten Plugins oder nicht mehr benötigte Einstellungen. Diese können die Datenbank aufblähen und zu einer leichten Verlangsamung der Website führen.

Eine gezielte Datenbankbereinigung kann hier Abhilfe schaffen. Das Entfernen alter Post-Revisions, das Bereinigen von Metadaten und das Löschen von Resten früherer Plugins hilft, die Datenbank effizienter zu gestalten. Plugins wie WP-Optimize erleichtern diesen Prozess durch Automatisierung.

Es ist ratsam, vor solchen Bereinigungen Backups der Datenbank anzulegen, um Datenverluste zu vermeiden. Auch eine Anpassung bestimmter WordPress-Einstellungen, wie die Reduzierung der Revisionenanzahl, kann präventiv gegen Datenüberflutung wirken.

// Festlegung auf max. 10 Resivisionen per PHP Konstante
define('WP_POST_REVISIONS', 10);

Obwohl eine Datenbankbereinigung allein keine drastischen Sprünge in den Lighthouse-Metriken bewirken wird, trägt sie dennoch zu einer insgesamt verbesserten Website-Performance bei.

9. Minimierung und Zusammenführung von Dateien in WordPress

In WordPress trägt die Minimierung und Zusammenführung von CSS, JavaScript und HTML-Dateien wesentlich zur Performance-Optimierung bei. Diese Techniken reduzieren die Dateigröße und verringern die Anzahl der HTTP-Requests, was wiederum die Ladezeiten verbessert.

Für diese Aufgaben stehen in WordPress verschiedene bewährte Plugins zur Verfügung. Zum Beispiel ermöglicht „Autoptimize“ das Minimieren und Zusammenführen von Dateien, während „W3 Total Cache“ umfangreiche Optionen für Caching und Dateioptimierung bietet. Ein weiteres leistungsstarkes Plugin ist „WP Rocket“, das neben Caching-Funktionen auch Minimierung und Zusammenführung von Dateien ermöglicht.

Ebenso unterstützen Dienste wie Cloudflare nicht nur die Sicherheit und die Verwendung moderner Protokolle, sondern bieten auch Funktionen zur Minimierung von Ressourcen. Diese Dienste können zusammen mit WordPress-Plugins verwendet werden, um eine umfassende Optimierung der Website-Performance zu erreichen.

10. Reduzierung von Weiterleitungen

Es ist wichtig, unnötige Weiterleitungen zu vermeiden, insbesondere solche, die durch Fehlkonfigurationen in der .htaccess-Datei oder in den Einstellungen verursacht werden. Diese Weiterleitungen können die Ladezeiten erhöhen und die SEO-Performance beeinträchtigen.

Um Weiterleitungen zu überprüfen, können Sie Tools wie httpstatus.io nutzen. Geben Sie verschiedene Versionen Ihrer URL ein, um zu sehen, ob mehrfache Weiterleitungen stattfinden, beispielsweise:

  • http://ihre-domain.de
  • http://www.ihre-domain.de
  • https://www.ihre-domain.de
  • https://www.ihre-domain.de/
  • https://ihre-domain.de/index.php

Idealerweise sollte jede URL keine oder maximal eine Weiterleitung aufweisen. Mehrere Weiterleitungen deuten auf eine suboptimale Konfiguration hin und sollten korrigiert werden, da unnötige Weiterleitungen die Anzeige der Seite verzögern.

Fazit

Unsere Philosophie beruht auf Qualität in allen Bereichen! Wir sehen in einem strukturierten, schlanken Ansatz der Webentwicklung den Schlüssel zu einer leistungsstarken und qualitativ hochwertigen WordPress-Website. Plugin-Wildwuchs und chaotische Zusammenstellungen von WordPress-Erweiterungen gibt es bei uns nicht. Für die erstklassigen Ergebnisse, die wir in jedem unserer Projekte anstreben, ist es entscheidend, weitreichende Kontrolle über den Code zu haben und nicht durch externe Faktoren wie zu viele Plugins oder Frameworks eingeschränkt zu werden.

Suchen Sie also eine Agentur, die sich durch qualitativ hochwertige Arbeit in WordPress auszeichnet und gleichzeitig die Performance Ihrer Website im Blick behält? Dann sind Sie bei mindtwo genau richtig. Kontaktieren Sie uns, für ein unverbindliches Erstgespräch, in dem wir erste Ideen aufzeigen, wie wir Ihre WordPress-Website optimieren würden.

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