Google Tag Manager für Einsteiger

Google Tag Manager für Einsteiger

oder: Ups & Downs im neuen Job – Erfahrungen mit dem Google Tag Manager (GTM)

Online-Marketing ist ein großes Wort. Viele Teilbereiche gehören dazu, greifen ineinander und bedingen sich gegenseitig. Und für fast alles gibt es ein Tool - erst recht für SEO. In diesem Blog-Beitrag geht es um den Einstieg in den Google Tag Manager ohne vorher damit wirklich tiefgreifend gearbeitet zu haben. Kurzum: Mehr oder weniger Neuland für eine Online-Marketing Managerin nach der Elternzeit.

Wer schreibt hier? Ein paar Sätze zu mir und meinem Einstieg in die Welt von mindtwo. Meine Stärken sind recht klar: Ich bin ein Organisationstalent und dazu kommunikativ, mir liegt die Projektleitung und ich habe hohe Ansprüche an mich und meine Arbeit. Corona-bedingt suchte ich einen neuen Job nach der Elternzeit und so kam ich mit Jonas und Christian ins Gespräch. Ich bringe mehrjährige Erfahrungen im Online-Marketing mit; der Fokus lag jedoch in den letzten Jahren auf anderen Teilbereichen. Sodass ich hier nun mit zwar mir bekannten, aber nicht immer sehr vertrauten, Inhalten konfrontiert werde. Vertrauensvorschuss von den neuen Chefs, und vielleicht auch ein bisschen Glück, haben mich auf meinen neuen Bürostuhl katapultiert (danke nochmal!). Nun will ich aber auch zeigen, dass ich ein wichtiger Teil innerhalb des Teams werde und die Entscheidung, mich dazuzuholen, die richtige war. Daher heißt es nun wie in jedem neuen Job: Lernen, hineinarbeiten, Erfahrungen sammeln, Frustration erleben und Erfolge feiern. Die perfekte Überleitung zum Google Tag Manager und meinen Erfahrungen.

Erste Schritte mit dem GTM

Natürlich ist es sinnvoll - vor allem unter dem Gesichtspunkt Suchmaschinenoptimierung betreiben zu wollen - ein sauberes Tracking auf seiner Webseite implementiert zu haben. Nachvollziehen zu können wann was wo passiert und ein warum oder ‘wie geht es besser’ abzuleiten, ist die Quintessenz meines Jobs. Und genau dafür ist der Google Tag Manager da: Er ermöglicht eine nahezu unendliche Vielfalt an Tracking-Möglichkeiten.

Login und Google-Konto

Wie bei allen Tools, die Google anbietet, ist ein Google-Konto Grundvoraussetzung für die Nutzung des Tag Managers. Sie melden Sich also mit Ihrem Google-Account im Tag Manager an und legen ein neues Konto an. Sollten Sie mehrere Webseiten verwalten wollen, empfehle ich eine einheitliche Kontonamens-Struktur. Diese Variante wäre zum Beispiel eine Möglichkeit: immer das gleiche Format einer Domain, beginnend mit dem Hostnamen, hintendran dann vielleicht den Kundennamen oder das Projekt (Bsp: www.abc.de – ABC Lernen).

Container, Tags, Trigger & Variablen

Zunächst gilt es zu verstehen wie der GTM aufgebaut ist: Die oberste Ebene ist das Konto, innerhalb des Kontos kann es mehrere Container geben. Diese Struktur ist mit einer Property in einem Google Analytics Account zu vergleichen. Innerhalb des Containers arbeitet man mit Tags, Triggern und Variablen. Diese drei Komponenten gilt es korrekt zu definieren und ineinander zu verschachteln, um am Ende ein sinnvolles und funktionierendes Tracking an der Hand zu haben. Eine Variable ist dabei der kleinste Parameter, der - wie der Name schon sagt - sehr vielfältig ist und unterschiedlich definiert werden kann. Ein Trigger beschreibt ganz einfach ausgedrückt eine Handlung, die auf der Website erfolgen muss, um den Tag auszulösen. Der Tag ist mit dem zu trackenden Event gleichzusetzen. Beispiel: Klick auf Button “Mehr erfahren” Die Variable wird als Klick definiert und einer ganz bestimmten Click ID zugeordnet. Diese Click ID definiert einen spezifizierten CTA-Button. Mit dem Trigger wir dann die Handlung definiert: Er gleicht alle Variablen ab und löst bei hundertprozentiger Übereinstimmung den Tag aus.

Um das Tracking messen und somit analysieren zu können, ist die Zusammenführung des Google Analytics Kontos einer Webseite mit dem noch jungfräulichen Google Tag Manager unumgänglich. Dies erfolgt in der Regel als erster Arbeitsschritt im GTM nachdem der zum Konto gehörige, generierte Code-Schnipsel in die Webseite implementiert wurde.

Wie bekomme ich den Tag Manager in meine Website?

Für die Implementierung habe ich hier zum Glück erfahrene Programmierer an der Hand, die den Code ins Template übertragen. Sollte Ihnen kein Programmierer zur Verfügung stehen, gibt es für gängige CMS wie WordPress aber auch Plug-Ins (Google Tag Manager for WordPress), die dies übernehmen. Dafür benötigt man lediglich die Google Tag Manager ID, die mit “GTM-” beginnt und zu jederzeit im oberen Teilbereich des Kontos mittig in blauer Schrift angezeigt wird.

Kleiner Tipp: Klickt man genau diese blaue ID mit dem Cursor an, gelangt man auf dem kürzesten Weg zum Code, der für die Implementierung benötigt wird. Sollte man ihn doch nochmal brauchen.

Gute Tutorials und Anleitungen

Wie im Einzelnen alle Einstellungen im Tag Manager vorgenommen werden müssen, will ich hier gar nicht en detail erläutern, denn das können zum Einen andere besser und zum anderen macht es ohne es am Bildschirm mitverfolgen zu können gar keinen Sinn. Daher möchte ich Ihnen gerne gute Tutorials und Anleitungen an die Hand geben. Ich beschreibe in diesem Blogartikel meine Erfahrungen und die kleinen Tipps und Kniffe, die ich mir angeeignet habe.

Einsteigerkurs und Tutorials

Ich habe gelernt mir im Netz Hilfe zu holen, wenn es mal nicht so gut läuft oder mir selber die Lösungsansätze fehlen. Auch wenn die Kollegen und Chefs hier alle sehr hilfsbereit und geduldig sind, möchte man ja seine Arbeit auch alleine schaffen und selber an seinen Aufgaben wachsen. Das klappt nicht, wenn man es nicht versucht (witzig: den gleichen Satz habe ich meinem 4-Jährigen gestern gesagt, der verzweifelt versuchte eigenständig den Reißverschluss an seiner Jacke zu zu bekommen :-) Ja, manchmal fühle ich mich auch so.)

Ich habe sehr viel im Netz nach guten Tutorials recherchiert und mir viel angesehen. Manches war hilfreich, manches nicht. Manches zu technisch, manches auf so einem schlecht zu verstehenden Englisch, dass es mir auch nicht weiterhelfen konnte. Daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle wirklich hilfreiche und tolle Tutorials nennen, die perfekt für Einsteiger in den GTM sind. Ein ganz besonderes Lob geht an die udemy Academy und Demir Jasarevic mit dem kostenlosen Tutorial “Google Tag Manager für Einsteiger 2018”. Auch wenn der Kurs bereits 3 Jahre alt ist, hat sich an den Funktionen und der Darstellung kaum etwas verändert. Demir erklärt absolut gewissenhaft, verständlich, langsam und nachvollziehbar. Nach knapp 1,5 Stunden sind sämtliche Grundfunktionen erklärt und nahezu jeder sollte die ersten Einstellungen im Tag Manager eigenständig vornehmen können. Nehmen Sie sich die Zeit - es lohnt sich!

Weitere Hilfe bekommt man bei den YouTube-Kanälen von Carlo Siebert oder MoritzCeg. Dort sind die Videos kurz und auf den Punkt gebracht. Auch findet man hier Antworten auf spezifische Fragen. Zudem stehen die Beiden für Fragen bereit und helfen gerne weiter.

Tags anlegen - Erfahrungen und Wissenswertes

Es gibt zwei Herangehensweisen, um einen funktionierenden Tag aufzusetzen. Dies liegt im Ermessen jedes Nutzers, welcher Weg der bessere ist.

Entweder fängt man am “kleinsten” benötigten Element - der Variablen - an und arbeitet sich über den Trigger bis zum Tag vor. Dafür sollte man jedoch schon vorher wissen, welche Komponenten benötigt werden und wie sie definiert werden sollen.

Oder man legt einen neuen Tag an und geht somit von “oben nach unten” bzw. von “groß nach klein” vor. Dies kann zur Folge haben, dass man das ein oder andere Element zweimal anfassen muss, da zu Beginn noch nicht alle Trigger und Variablen angelegt sind. (Auch fünf oder sechs Mal war bei mir leider keine Seltenheit und hat mich frustriert, denn die Fehlersuche [Anchorlink zu Fehlersuche] entpuppte sich manchmal als etwas tricky.)

Tipp: Durchdachte Struktur bei Tag-Namen Ein Tipp, den ich selbst in einem der Tutorials erfahren habe: Überlegen Sie sich schon zu Beginn eine sinnige, immer wiederkehrende Struktur zum Speichern der Tags und Trigger.

Bei den Tags hat es sich als sinnvoll herausgestellt folgendes Schema zu verwenden: UA - “Funktion” - “Wann auslösen“ UA steht in diesem Fall für Universal Analytics. (Alternativ könnte man auch GA für Google Analytics verwenden. Oder, seit kurzem auch GA4). Auf den ersten Trennstrich folgt die Funktion. Diese sollte in 1-2 Worten aussagen, was die Funktion hinter dem Tag ist. Also Tracking-ID, PDF Click, Pageview etc. und nach dem zweiten Trennstrich sollten Sie eindeutig betiteln wann der Tag ausgelöst wird: All Pages, Blog, All Links usw.

Möchten Sie auf der gesamten Website das Klicken auf Links tracken, das die Öffnung einer PDF-Datei hervorruft, könnte der Name Ihres Tags “UA - PDF Click - All Pages” lauten.

Wichtige Werte und Daten eindeutig benennen

Um in Google Analytics Werte zu erhalten, die einem das Messen und Auswerten der Webseite erleichtern, sind eindeutig formulierte Werte in den Bereichen Ereigniskategorie, Ereignisaktion und Ereignislabel das A und O. Diese drei Werte werden in der Tag-Konfiguration hinterlegt. Es bringt reichlich wenig standardisierte Begriffe wie Button, Klick oder Form zu nutzen, denn diese sind zu abstrakt und zu einem späteren Zeitpunkt auch nicht mehr nachvollziehbar.

Tipp: Um eine immer wiederkehrende Schreibweise und damit korrekte Zuordnung gewährleisten zu können, ist das Anlegen einer “konstanten Variablen” hilfreich. So definiert man eine Variable als Variablentyp ‘Konstante’ und hinterlegt dort einen Wert, der immer wieder Verwendung findet und bei dem eine wiederkehrende Schreibweise beim Erfassen mit dem Auge das Verwalten der Tags und Trigger vereinfacht (Bsp.: PDF Klick). Somit muss man nicht zwischen den Tags und Triggern hin und her switchen und nachschauen ob man beim letzten Mal pdf klein geschrieben hat oder einen Bindestrich verwendet hat.

Tolle Funktionen: Arbeitsbereich & Vorschau

Alles, was Sie im Tag Manager anlegen, wird im Arbeitsbereich gespeichert und kann von Ihnen in einer Art Vorschau (debugging Modus) getestet werden. Somit muss man keine Angst haben, dass man etwas nicht Funktionierendes veröffentlicht. Da die Verbindung zu Analytics aber in der Regel schon besteht, kann man auch in dieser Phase schon sehen, ob das Tracking dort wie gewünscht ankommt. Arbeitet man mit mehreren Personen im Google Tag Manager hilft die Aufteilung der Arbeitsbereiche, damit es keine Kollisionen oder Überschneidungen gibt. Bei jeder Veröffentlichung hinterlässt man eine kurze Notiz, um später noch zuordnen zu können, wer wann was gemacht hat. Tolle Funktion! Sehr hilfreich!

Besonderheit dataLayer.push

Nicht alles kann korrekt mit dem Google Tag Manager mithilfe der vorgefertigten Variablen getrackt werden. Formulare, die sich beim Absenden auf der gleichen Seite neu laden (Stichwort AJAX), würden beim Klick auf Absenden einen Tag feuern – zum Beispiel den Tag “Anmeldung Newsletter”. Hat der User aber seine Email Adresse falsch angegeben und das Formular bemängelt diese Angabe und fordert zur Überprüfung auf, würde auf Analytics dieses Event dennoch sichtbar werden obwohl es nicht korrekt ausgeführt wurde. Ein weiteres Mal würde das gleiche Event dann wieder als Newsletter-Anmeldung in Analytics erscheinen, wenn die Mailadresse des Users korrigiert und erneut abgesendet wurde. Um das zu vermeiden, wird ein dataLayer definiert, der bestimmte Schlüsselpaare abgleicht und nur dann den Tag feuert, wenn alle Werte erfüllt sind. Dies funktioniert via dataLayer Push. Für diese Lösung werden Sie aber mit großer Wahrscheinlichkeit einen Programmierer brauchen.

Fehlerquellen: Ausfindig machen und vermeiden

Der Klassiker: Cache nicht geleert. Peinlich, aber leider wahr. Stellen Sie sicher, dass Sie - vor allem bei mehrfachen Änderungen bei ein und demselben Tag - Ihren Cache leeren, wenn Sie die vorgenommenen Änderungen im debugging-Modus nicht finden können.

Auch schön: den Container nicht veröffentlicht. Im Vorschau-Modus funktioniert alles einwandfrei. Man freut sich über die sichtbaren Ereignisse im Analytics-Account und ein paar Tage später kommt “auf einmal” nichts mehr an. Kann ja auch nicht, wenn die aktualisierten Einstellungen nicht gesendet wurden. Also: schnell zurück in den GTM und die neuste Arbeitsversion veröffentlichen.

Wenn Sie Ihre angelegten Tags & Trigger in der Vorschau testen, nutzen Sie die vorhandenen Möglichkeiten Fehler auszulesen, wenn es nicht auf Anhieb klappt. In der linken Summary-Spalte können Sie alle Vorgänge auf der Website sehen. Wenn ein Tag, der das Tracken eines Button-Click aufzeigen soll, nicht auslöst, wählen Sie den angezeigten Klick in der Summary an und klicken auf den Tag in der recht Spalte, der nicht ausgelöst hat. Im unteren Teil des Tags können Sie sehen welche Trigger ausgelöst wurden und welche nicht. Somit können Sie den Fehler schon einmal eingrenzen. Machen Sie sich dann den Vorgang noch einmal deutlich, wann sollte was passieren und wann muss welche Bedingung erfüllt sein. Ich bin mir sicher: Sie werden das Problem lösen!

Wer mit der Entwicklerkonsole umgehen kann, kann sich auch den Informationsfluss dieses Tools zu Nutze machen und dort nachsehen wo es hakt bzw. welche Daten übergeben wurden und welche nicht. Ob ein dataLayer.push gefeuert wurde oder nicht.

Mein letzter Tipp: Einfache Lösungen!

Manchmal denke ich zu kompliziert und mache es mir unnötig schwer. Es hilft, sich das zu verfolgende Event ganz abstrakt und so einfach wie möglich vorzustellen. So ist es zum Beispiel unnötig sich Gedanken um das Herunterladen eines Download-Formulars zu machen, wenn doch der Klick auf einen Download-Button das Öffnen einer pdf-Datei im Browser zur Folge hat: Trigger wird ausgelöst, wenn die Click URL ‘.pdf’ enthält

Ich wünsche Ihnen nun viel Erfolg beim Arbeiten mit dem Google Tag Manager und denken Sie daran: irgendwann löst sich jedes Problem ;-)

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