Responsive Design funktioniert nur mit einem strukturierten Vorgehen

Responsive Design

Responsive Design erfreut sich zwar immer größerer Beliebtheit unter Webdesignern, aber um die Vorteile des Prinzips auch vollständig nutzen zu können, ist es notwendig, es zu verinnerlichen. Denn der Ablauf der tatsächlichen täglichen Arbeit ist nur selten wirklich optimiert. Als Webdesign Agentur im Großraum Köln/Bonn wollen wir daher einige Tipps geben und zeigen, wie sinnvoll es sein kann, wirklich strukturiert vorzugehen.

Ein Thema für alle Beteiligten

Es geht in Wirklichkeit gar nicht um Design, oder wenigstens nicht nur darum. Alle Parteien, die an der Entstehung einer Website beteiligt sind, sollten auch in den Prozess integriert werden. Üblicherweise ist das Design schon abgeschlossen, wenn die Entwickler mit ihrer Arbeit beginnen. Das sollte ernsthaft hinterfragt werden, da es nicht nur die Zusammenarbeit erschwert, es verhindert auch einiges an Kreativität und Flexibilität.

Das richtige Testen

Besonders wer sich mit Design für mobile Geräte beschäftigt, kennt das Problem, mit vielen verschiedenen Geräten konfrontiert zu werden, die man unmöglich alle besitzen kann. Die gute Nachricht ist, dass man das als Webdesigner aber auch gar nicht tun muss, es genügt, einige wenige Geräte zu nutzen. Die Entwickler müssen sich damit auseinandersetzen, dass es technische Unterschiede gibt, die Designer sollten nur ein Gefühl dafür bekommen. Die Bedienung muss natürlich mitgedacht werden und daher ist es auch essenziell, zu wissen, wie die Geräte funktionieren und wie sie sich anfühlen. Dafür genügen aber bereits wenige Geräte.

Die Abläufe müssen neu gedacht werden

Auch wenn Webdesign als eine vergleichsweise junge Disziplin angesehen werden kann, haben sich doch Abläufe und Arbeitswesen etabliert, die mittlerweile als unveränderbar betrachtet werden. Wer Responsive Design sinnvoll nutzen möchte, wird einige dieser Konventionen über Bord werfen müssen. Die meisten Kunden erwarten beispielsweise statische Entwürfe und Arbeitsproben, obwohl diese nur noch sehr bedingt in der Lage sind, einen zuverlässigen Eindruck des fertigen Produkts zu vermitteln. Hier kann man ansetzen und diesen Ablauf infrage stellen, um die Art zu verbessern, in der kommuniziert wird. Die Designer können den ersten Schritt machen und ihren Kunden etwas liefern, was diese nicht verlangt haben, oder die Kunden fordern diesen Service. Wer den Anfang macht, ist dabei letztlich egal, er muss nur irgendwann gemacht werden.

Probleme bei der Kommunikation mit Kunden

In den vergangenen Jahren haben sich bestimmte Abläufe etabliert, die wir als Webdesign Agentur in Bonn auch immer wieder am eigenen Leib erfahren. Sie entstanden dabei sicher nicht ohne Grund, führen aber regelmäßig dazu, den Prozess für alle Beteiligten suboptimal verlaufen zu lassen. Das Ziel sollte es schließlich sein, ein Produkt zu entwickeln, mit dem sowohl der Kunde als auch der Designer zufrieden ist. Die Art, wie die Parteien miteinander kommunizieren, ist allerdings teilweise wenig hilfreich. Wir legen uns selbst Steine in den Weg und merken es oft gar nicht.

Um dem Kunden eine Idee unserer Vorstellungen zu vermitteln, benutzen wir statische Grafiken, die mit Photoshop oder anderen Programmen erstellt werden, die zum Teil nichts mit dem Internet zu tun haben. Das kann zu Missverständnissen führen, da viele entscheidende Faktoren auf diesem Weg gar nicht vermittelt werden können. Wer versucht, seinem Gesprächspartner ein Lied zu beschreiben, kann damit auch einen gewissen Erfolg haben. Er kann den Text und die Melodie mit Worten beschreiben, er kann Instrumente aufzählen und die Atmosphäre beschreiben. Je nach dem Kenntnisstand seines Gegenübers kann dabei ein recht präzises Bild entstehen, es lässt sich aber in den meisten Fällen nicht damit vergleichen, das Lied vorzuspielen. Interaktive Medien mit statischen Grafiken zu vermitteln, folgt ganz ähnlichen Regeln. Wenn die Kommunikation stimmt und beide Gesprächspartner ungefähr die gleichen Vorstellungen und das gleiche Wissen haben, kann es funktionieren, es kann aber auch zu Missverständnissen führen, die vermeidbar wären.

Das hat natürlich nicht zur Folge, dass wir statische Grafiken ganz aus unserem Alltag verbannen sollen. Sie sind schließlich immer noch ein geeignetes Mittel zur Kommunikation, sie sollten eben nur nicht das einzige Mittel sein.

Die Atmosphäre sollte zum zentralen Punkt werden

Was ist die Atmosphäre, wenn es um Webdesign geht? Die Atmosphäre ist das, was sich nicht genau in Worte fassen lässt. Wie eine Seite sich anfühlt, welche Reaktionen sie hervorruft, das sind Dinge, die sich oftmals nicht mit kalter Logik umschreiben lassen. Wenn das Design oftmals das Layout mit meint, ist die Atmosphäre, was übrig bleibt, wenn man das Layout entfernt. Und um das zu vermitteln, reicht es meist nicht, mit statischen Grafiken zu arbeiten und damit Erwartungen zu wecken, die in der Praxis kaum erfüllt werden können und sollen.

Viele Websites haben noch immer eine feste Breite von 960 Pixeln, weil genau das die Erwartungen waren, die die Designer geweckt haben. Wer seinem Kunden eine Website mit einer solchen Größe verspricht, sollte sich nicht wundern, wenn der Kunde genau das erwartet. So wird bereits in einem recht frühen Stadium ein Weg eingeschlagen, der nicht mehr für alle Möglichkeiten offen ist. Warum sollte man sich freiwillig so sehr einschränken?

Ein paar Worte zur Kommunikation mit Kunden

Ein gutes Projekt ist ein solches, bei dem am Ende alle Parteien zufrieden sind. Das klingt zwar banal, ist aber in der Praxis meist gar nicht so einfach. Denn es geht auch nicht immer nur um das Produkt, das am Ende entstanden ist. Viele Kunden wären nicht zufrieden, wenn man ihnen die perfekte Website liefert, sie möchten auch am Entstehungsprozess beteiligt werden. Das ist auf gewisse Weise ja auch verständlich, sie zahlen die Rechnung, sie sagen, was gemacht wird, auch wenn sie keine Ahnung davon haben. Um diese Einbindung produktiv zu gestalten, hilft es, einige Tipps zu beachten.

Einfach nur Bilder von Entwürfen zu verschicken und nach Feedback zu fragen, ist ein erster guter Schritt hin zu einem Problem. Der Designer sollte erklären, was er getan hat und warum er es getan hat. Eine einfache Frage nach der Meinung des Kunden wird genau das liefern, aber wirklich fundiert wird die Meinung unter Umständen nichts sein.

Der Kunde sollte so stark wie möglich in jeden Schritt eingebunden werden. Das ist nicht nur gut für sein Ego, es erspart auch dem Designer einigen Ärger, wenn auch auf Probleme frühzeitig reagiert werden kann. Wer zu lange wartet, sich ein Feedback zu holen, riskiert, umsonst gearbeitet zu haben, wenn er wieder neu beginnen muss.

Das Feedback sollte auch gewissen Regeln folgen. Eine feste Struktur hilft, zielgerichtet kommunizieren zu können. Wenn beispielsweise eine wöchentliche Besprechung angesetzt ist, sollte außerhalb kein wichtiges Feedback per Mail oder Telefon erfolgen.

Wer freiberuflich arbeitet, sollte sich daran erinnern, dass er es mit einem Kunden zu tun hat, nicht mit einem Chef. Der Designer ist ein eigenständiger Geschäftspartner, der Können und Kreativität mit einbringt, kein Angestellter, der eben beschäftigt werden muss. Der Designer kann daher die Regeln festlegen, die für die Kommunikation gelten, und das sollte er auch.

Struktur ist wichtig und gibt dem Projekt eine klare Richtung. Wichtige Entscheidungen sollten dem Kunden nicht nur mitgeteilt oder vorgeschlagen werden, sie müssen auch erklärt werden. Ein Kunde, der sich integriert fühlt, wird erfahrungsgemäß auch weniger Änderungen verlangen, die nur dazu beitragen, dass er sich als Teil des Projekts fühlt.

Zu guter Letzt sollte versucht werden, persönliche Gefühle nicht zu beachten. Das ist oft schwer, lohnt sich aber meistens. Das Ziel ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, die es auch erlaubt, unangenehme Dinge anzusprechen, die den Regeln der Höflichkeit nicht immer gehorchen. Wer aber eine dumme Idee wirklich verhindern will, muss auch in der Lage sein, sie als solche zu benennen. Eine professionelle Beziehung sollte auch harte Worte verkraften können.