Was ist negative SEO?

Negative SEO

So erkennen Sie einen Angriff auf Ihre Webseite

Vielleicht haben Sie die Situation schon einmal erlebt: Sie haben alles dafür getan, Ihre Webseite zu optimieren und im Suchmaschinenranking nach oben zu bringen; haben lange an jeder Stellschraube gedreht, alle Keywords perfekt gesetzt, ihr Design überarbeitet, nur um langsam aber sicher messbare erfolge zu verzeichnen. Und dann, ganz unerwartet, stürzt ihre Seite im Google-Ranking ab, wird vielleicht sogar aus dem Index entfernt? Dann sind Sie mit Sicherheit Opfer negativer SEO geworden.

Wir erklären Ihnen, was es mit negativer SEO auf sich hat, warum sie eingesetzt wird, und wie Sie sich davor schützen können.

Definition von negative SEO

Unter negativer SEO, also negativer Suchmaschinenoptimierung versteht man das Gegenteil von Suchmaschinenoptimierung, also dem Versuch einer Webseite ein möglichst hohes Suchmaschinenranking zu verschaffen. Natürlich kann man negative SEO aus Versehen selbst betreiben, aber viel häufiger steckt hinter einem rapiden Absturz des Seitenrankings der gezielte Angriff eines Mitbewebers. Mit diesem Angriff soll die Sichtbarkeit Ihrer Seite verringert und die des Mitbewerbers erhöht werden.

Doch welche Techniken stecken hinter solch einem Angriff? Wenn Sie sich in Zukunft vor negativer SEO schützen wollen, sollten Sie die am weitesten verbreiteten Angriffsmöglichkeiten kennen. Folgende vier Angriffsvarianten führen mit einiger Sicherheit zu einer Herabstufung des Suchmaschinenrankings einer Webseite:

1) Contentpiraterie

Unique Content, also neue und einzigartige Inhalte beeinflussen das Suchmaschinenranking einer Seite wie kaum ein zweiter Faktor. Seiten, die regelmäßig neues und interessantes Material veröffentlichen, steigen automatisch in Googles Gunst. Genauso straft der Suchmaschinenbetreiber aber auch Plagiatsseiten oder Seiten, die Duplicate Content aus anderen Gründen enthalten, ab.
Eine beliebte Angriffsmethode macht sich genau das zunutze, indem frischer Content hemmungslos geklaut und unter verschiedenen neuen Adressen wieder ins Netz gestellt wird. Normalerweise finden und indizieren Crawler die älteste Version zuerst, aber wenn der Diebstahl schnell geschieht, kann es sein, dass die ursprüngliche Originalseite als Duplicate Content eingestuft und damit abgestraft wird.

2) Linkfarmen

Linkfarmen sind inhaltlich ähnliche Seiten, deren einziger Sinn und Zweck es ist, möglichst viele Links auf andere Seiten zu erzeugen, um so das Suchmaschinenranking zu manipulieren. Links von Linkfarmen werden von Google zu Recht als unseriös eingestuft, mit der Folge, dass auch das Ranking der jeweiligen Zielseiten sinkt. Zum Glück erlaubt Google Webseitenbetreibern, solche unterwünschten Links zu melden, damit diese in Zukunft von den Crawlern ignoriert werden.

3) Hackerangriffe

Erfolgreiche Webseiten werden schnell zum Ziel eines Hackerangriffs. Beliebte Content Management Systeme, wie etwa WordPress oder Typo3 enthalten immer auch einige Sicherheitslücken, die von Kriminellen ausgenutzt werden. Für Sie als Betreiber mag der Hack auf den ersten Blick nicht sichtbar sein, aber Googles Algorithmen bemerken schadhafte Veränderungen einer Webseite in aller Regel recht schnell. Nutzer können die Seite weiterhin benutzen, erhalten aber von Google einen Hinweis auf einen eventuellen Hackerangriff auf die betreffende Internetpräsenz. Wie wenig vertrauenserweckend ein solcher Hinweis wirkt, können Sie sich leicht selbst ausrechnen.

4) Unterbinden von Backlinks

Qualitativ hochwertige Backlinks sind ein hervorragendes Mittel für eine hohe Suchmaschinenplatzierung. Im Prinzip kann Ihnen also nichts Besseres passieren, als dass jemand von seiner Seite aus auf Ihren Content verlinkt. Sollten Sie einmal einen Backlink nicht wünschen, so genügt in aller Regel eine kurze E-Mail mit der Bitte um Löschung des Links an den entsprechenden Seitenbetreiber.
Wer Ihnen schaden will, macht sich das zunutze, indem er unter einer fingierten E-Mail Adresse in Ihrem Namen um die Rücknahme der Verlinkung bittet. Von diesem Vorgang bekommen sie in aller Regel erst etwas mit, wenn es zu spät ist.

So schützen Sie sich vor negativer SEO

Wenn Sie die Angriffswege kennen, sollte Ihnen das Einleiten von Gegenmaßnahmen nicht schwerfallen. Hier sind einige Maßnahmen, mit denen Sie Ihre Seite vor negativer SEO schützen:

Nutzen Sie den E-Mail Alarm der Google Search Console. Wenn Sie diesen Service abonnieren, sendet Google Ihnen eine E-Mail, wenn der Eindruck entstanden ist, dass es einen SEO-Angriff auf Ihre Seite gegeben hat.

Kümmern Sie sich um Backlinks. Mit der regelmäßigen Kontrolle eingehender Backlinks stellen sie sicher, dass es sich um hochwertige Links und nicht um Verknüpfungen zu einer Linkfarm handelt. Keine Angst, Sie müssen das nicht in zeitraubender Handarbeit erledigen. Tools wie Ahrefs oder Mozillas Open Site Explorer erleichtern Ihnen die Kontrolle der Backlinks erheblich.

Sichern Sie Ihre Webseite. Installieren Sie stets die aktuellste Version des verwendeten Content Management Systems und nutzen Sie Two-Step-Autorisierung von Zugängen, wo immer das möglich ist.

Beobachten Sie die Aktivitäten in den Sozialen Medien. Mitunter legen Kriminelle Fakeaccounts an und verbreiten in Ihrem Namen Spam.

Behalten Sie die Webseitengeschwindigkeit im Auge. Ein plötzlicher Performanceabfall kann auf einen Hackerangriff hinweisen.