Persuasive Design – Psychologie im Webdesign

Persuative Design - Psychologie im Webdesign

Zwischen User-Mehrwert und wirtschaftlichem Interesse

Zur heutigen “Best Practice” im Web-Design gehört das optimale UI/UX Design, das dem Benutzer zum einen eine möglichst einfache, intuitive und komfortable Nutzung der Web-App oder Online-Plattform ermöglicht. Zum anderen soll aber auch die Nutzung im Hinblick auf eine gesteigerte Anwendungstiefe, -dauer und -häufigkeit des User optimiert werden. Diese Optimierung kann auch als “Persuasive Design” beschrieben werden.

Wir alle beobachten dieses Phänomen bei uns selbt im Alltag. Durch die Einfachheit und den Komfort der Nutzung greifen wir “schnell mal eben” zum Smartphone oder browsen “kurz zwischendurch” in den Social Media. Grundsätzlich war es sicherlich nicht die originäre Absicht der Entwickler-Communtity diese Abhängigkeiten (“slot machine” Effekt) zu schaffen, aber die zugrundeliegenden psychologischen Muster, die implementiert wurden, erzeugen eine suchtartige Nutzung von Web-Applikationen oder Apps auf dem Smartphone – die sozialen Medien dienen wohl als plastischstes Beispiel.

Produktivität vs. Prokrastination

Mit dieser Optimierung von Anwendungen im Netz und auf dem Smartphone haben Web-Designer und Web-Entwickler als „Nebenprodukt“ eine Schieflage konstruiert: aus der Anwenderfreundlichkeit kann ein Suchtverhalten entstehen. Dies wird vielfach bereits gesellschaftlich kritisch betrachtet und auch Auswirkungen auf die Wirtschaft werden diskutiert. Zeitmanagement und produktives sowie fokussiertes Arbeiten sind heiß gehandelte Themen im Coaching-Bereich oder einschlägigen Ratgebern. Fast jeder kennt eine Methode oder Technik, die gegen die sogenannte Prokrastination helfen soll. Produktivitätsapps gehören mit zu den begehrtesten Anwendungen und auch Erweiterungen für Browser oder Smartphone, die zeitweise die Nutzung bestimmter Websites oder Apps unterbinden, stehen parallel als Gegenbewegung zur Verfügung.

Persuasive Design soll Nutzer gezielt lenken

Zum Web-Design und Entwicklung gehört nicht mehr nur die Technologie und das Programmieren, sondern eben auch das Verständnis des menschlichen Verhaltens und wie dies im Zusammenhang der Interaktion mit einer Anwendung als Nutzerverhalten optimal gelenkt werden kann. Natürlich auch im Sinne des Users aber auch im Sinne der wirtschaftlichen Interessen des Herstellers oder Betreibers.

Persuasive Design meint den Aspekt innerhalb der Gestaltung einer Anwendung, das aktuelle Problem des Nutzers, das er mit der Anwendung lösen möchte, anzusprechen. Das Verhalten des Nutzers soll dann entsprechend gelenkt und beeinflusst werden.

Persuasive Design erzeugt mitunter Sogwirkung

Die Neigung zur Entwicklung eines Suchtverhaltens ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt und hängt sehr stark mit dem individuellen Wunsch nach „schneller“ Belohnung sowie unmittelbarem Feedback zusammen. Die allgegenwärtigen sozialen Netzwerke machen dies erneut sehr deutlich. Facebook, Instagram oder Twitter locken immer wieder mit vermeintlichen Neuigkeiten und ziehen die Nutzer mit den mittlerweile komplex gestalteten News-Feeds und Funktionen in den Bann. So wird aus “nur eben diese eine Nachricht checken” ganz schnell “eine Stunde durch den Feed scrollen” – oftmals ohne das Verstreichen der Zeit zu bemerken. Diese Wirkung ist innerhalb der die Social Media keine Zufall und ähnliche Mechanismen sind heute auch Teil der Entwicklung von Web-Anwendungen, Online-Plattformen oder mobilen Apps.

Mit Persuasive Design verantwortlich umgehen

Vereinfacht formuliert sollen und wollen Designer natürlich weiterhin hervorragende und nützliche Anwendungen entwickeln, welche die User fesseln, begeistern und diese zu zufriedenen sowie wiederkehrenden Anwendern machen. Entscheidend bei der Entwicklung und der anschließenden Nutzung muss aber die mögliche selbstbestimmte Steuerung und Kontrolle durch den Users mittels der entsprechenden Transparenz sein.

Als Web-Designer und Web-Entwickler liegt es in unserer Verantwortung eben genau solche Websites, Online-Plattformen oder Apps zu kreieren, die dem User stets die Möglichkeit bieten, die Nutzung zu steuern. Die Kunst liegt nun darin, gleichzeitig auch dem wirtschaftlichen Zweck, einer Anwendung gerecht zu werden. Neben den technologischen Anforderungen an Web-Design und Web-Entwicklung gehört es ebenso zu unserer zentralen Aufgabe als Mittler zwischen unternehmerischen Interessen der Applikations-Betreiber und dem Schutz des Nutzers zu fungieren.

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