Warum Colormanagement?

Ganz einfach! Ohne die Verwendung eines Colormanagementsystems wäre ein farbverbindliches Arbeiten vom Entwurf bis zum druckfertigen Produkt nicht möglich.

Um zu verstehen, wieso man ein Colormanagementsystem benötigt, müssen wir jedoch in die Vergangenheit blicken. Vor ca. 40 Jahren war die Herstellung von Druckerzeugnissen noch ein echtes Handwerk. Farbverbindliche Scanner, Monitore und Drucker gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die Designer in den Agenturen mussten für Fotocollagen das Bildmaterial mit Schere und Skalpell bescheiden. Die Farbanpassungen wurden in Dunkelkammern mit Hilfe von Filtern bearbeitet. Die Drucktechnik war ebenfalls noch nicht ausgereift. Offsetdruckmaschinen druckten meist nur ein oder zweifarbig und die Belichtung der Druckplatten erfolgte noch fotografisch.

Die Bedeutung des Colormanagement begann erst im Jahre 1992 mit der Entwicklung der ICC-Profile sowie der rasanten Entwicklung der Hard- und Software, die mit diesen Profilen umgehen konnten. Ein farbverbindliches Arbeiten im Produktionsprozess wurde geschaffen und die Druckergebnisse wurden vorhersehbar.

Alle bedeutenden Softwareanbieter integrierten Colormanagementsysteme in ihren Applikationen. Durch widersprüchliche Informationen und Unkenntnis über die Möglichkeiten eines Colormanagementsystems wurden viele Anwender verunsichert. Diese Unsicherheit führte dazu, dass die Anwender kaum mit den Systemen arbeiten oder gar mit falschen Einstellungen arbeiten. Dabei ist es gar nicht so kompliziert denn Colormanagement ist kein Lernthema, sondern vielmehr ein Verständnisthema.

Was sind im Bereich des Colormanagement die größten Hürden oder Problemfelder?
Das erste Problem welches wir ansprechen möchten sind die fehlenden Standards für Ein- und Ausgabegeräten wie Scanner, Monitore und Drucker. Die ICC-Profile der Hersteller sind oftmals nicht wirklich gut und müssen deshalb entsprechend angepasst werden.
Ein weiteres großes Problem liegt in der Tatsache, dass Werte aus einer CMYK-Tabelle keine Farbbeschreibungen sind. Es beschreibt lediglich wie viel Druckfarbe auf einen Bedruckstoff fallen soll, jedoch nicht das optische Farbverhalten.

Die Grafik zeigt wie unterschiedlich 100% Cyan wirken kann wenn man diese mit unterschiedlichen Drucksystemen ausdruckt.

Systeme zur Beschreibung von Farbe

Farbiges Licht kann durch physikalische Addition oder physikalische Subtraktion gemischt werden.

  • Bei der Additiven Farbmischung wird rotes, grünes und blaues Licht meist auf einem Bildschirm abgestrahlt und setzt sich für unser Auge als sichtbare Farbe zusammen. Man bezeichnet dies als RGB-System
  • Die Subtraktive Farbmischung tritt ein wenn Licht aus einer Lichtquelle nacheinander von gefärbten Objekten verändert wird. Beim Farbdruck fungiert beispielsweise das weiße Papier als Lichtquelle. Dies wäre ein CMYK-System

Viele Farbmodelle basieren auf einer Sammlung physikalischer Farbmuster, die über ein dreidimensionales System dargestellt werden.

Gerätecharakterisierung und Kalibrierung

Begriffsdefinition

Rendering intent: Spricht man von Rendering intent ist damit die Auswahl für ein Übersetzungsprozess einer Datei von einem Farbraum in den anderen gemeint. Oft wird von einem Umrechnen gesprochen, jedoch können Farbräume nicht einfach ineinander umgerechnet werden.

Die Abläufe beim Übersetzen eines Farbraums in den anderen kann mit der Übersetzung eines Buches gleichgesetzt werden. Viele Vorgänge und Begriffe lassen sich so leichter erklären.

Generell gibt es vier verschiedene Rendering intents, diese wurden vom ICC (International Color Consortium) festgelegt.

  1. Perzeptiv: Dies ist die standardmäßige Rendering-Methode für RGB-Bilder mit einem großen Farbraum, die in CMYK konvertiert werden sollen.
  2. Relativ Farbmetrisch: Diese Methode verwendet man immer dann, wenn die zu konvertierenden Farbräume „relativ nah“ beieinander liegen.
  3. Absolut Farbmetrisch: Diese Methode kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Logofarben (z.B. HKS oder Pantone) in CMYK konvertiert werden müssen.
  4. Sättigung: Bei der letzten Methode werden kräftige Farben interpoliert, dabei wird der Originalfarbton ignoriert.

Grundsätzlich werden in der täglichen Arbeit nur zwei Rendering intents verwendet. Bei der Konvertierung von RGB zu CMYK verwendet man wie oben beschrieben die „Perzeptiv“ und bei der Konvertierung von CMYK zu CMYK die „Relative Farbmetrisch“ Methode.

Die einzelnen Methoden können mit den Anweisungen vergleichen werden die bei der Übersetzung eines Buches dem Übersetzer übermittelt werden müssen. Ein Fachbuch muss beispielweise mit einer anderen Worttreue übersetzt werden als ein humorvoller Titel.

Gerätecharakterisierung: Als Charakterisierung bezeichnet man den Vorgang, dem der Zusammenhang zwischen dem eigenen Farbraum eines Geräts und einem auf CIE basierenden Referenzfarbraum definiert wird. Bei Monitoren und Druckern beschreibt die Charakterisierung, welche Farben bei einem bestimmten Eingabesignal erzeugt werden. Bei Scannern gibt die Charakterisierung an, welches Ausgabesignal das Scannen einer bestimmten Farbe liefert.

Gerätekalibrierung: Unter dem Begriff Kalibrierung versteht man das Ausgleichen der Farbbalancen eines Geräts, die sich im Laufe der Zeit verändern können. Im Allgemeinen wird die Charakterisierung eines Geräts schon von Werk aus durchgeführt. Im Gegensatz dazu muss man die Kalibrierung mittels Tonwertkuren selbst anpassen.

Die Gerätecharakterisierung und Gerätekalibrierung bilden zusammen das Farbprofil eines Geräts.

Farbscanner

Die Kalibrierung eines Scanners sorgt dafür, dass die Farbbalancen und die Linearität, die sich bei einem Scann gerät im Laufe der Zeit verändern, wieder angepasst werden. Diese Kalibrierung besteht gewöhnlich aus dem Einscannen eines genormten Testtargets und eine Profilierungssoftware. Das Target wird gescannt und das Ergebnis im Computer mit den zuvor ermittelten Lab-Werten verknüpft.

Monitor

Fast alle Druckprojekte starten bei der Produktionskette auf einem Monitor. Fehlerhafte Darstellung von Farben würde sich auf den gesamten nachfolgenden Produktionsprozess ausüben.

Bei der Monitorkalibrierung unterscheidet man zwischen einer „Farbverbindlichen“ und „Prooftauglichen“ Kalibrierung. Ein „Farbverbindlich“ Kalibrierter Monitor kann nur bestimmte Farbbereiche verbindlich darstellen, während ein „Prooftauglich“ Kalibrierter Monitor eine besonders exakte Kalibrierung ermöglicht.

Mit Hilfe eines Spektralphotomers und der dazugehörigen Software kann eine Kalibrierung durchgeführt werden. Die besten Ergebnisse erzielt man hierbei durch eine Automatische Hard- und Softwarekalibrierung.

Drucker

Die Erzeugung dieser Profile erfolgt für Drucker, indem man ein Testchart mit vielen Farbfeldern ausdruckt, deren CMYK-Werte bekannt sind. Anschließend werden die L*a*b*-Werte dieser Farbfelder mit einem Spektralfotometer gemessen. Dadurch wird eine Beziehung zwischen den ausgedruckten CMYK-Daten und den sichtbaren CIE-L*a*b*-Farbwerten hergestellt.

Zu beachten ist auch, dass man für jede Tinten/Toner- und Papierkombination ein eigenes Profil erstellen muss, um berechenbare und korrekte Druckergebnisse zu erhalten.

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